Das Hochmoor Kaltenbronn Gernsbach - auf dem Weg

Die Anfahrt zum Hochmoor Kaltenbronn Gernsbach im Schwarzwald mit dem bekannten Wildseemoor war ein Vergnügen. Jedenfalls von Leonberg aus kommend entlang der 295 und der 296 bis Calmbach. Hier übrigens heiraten die kleine und die große Enz, bevor sie dann bei Besigheim gemeinsam in den Neckar fließen. Von diesem Punkt an geht es weiter über Bad Wildbad bis hin zu den Skiliften beim Hochmoor Kaltenbronn. Eine Strecke, die Spaß macht mit ihren vielen Kurven. Ich lasse das Auto auf der freien Straße sanft durch die verschneite Landschaft gleiten. Es ist ein sonniger Tag mit einigen Minusgraden. Aus Richtung Baden-Baden kommend, ist die die Strecke durch das Murgtal entlang der Murg empfehlenswert. Vielleicht liegt noch ein kleiner Abstecher in den Ortsteil Reichental Gernsbach im Rahmen des Zeitplans?

Es liegt auf der Hand, dass sich der Verkehr an Tagen wie diesen Richtung Skilifte und Hochmoor Kaltenbronn Gernsbach verdichtet. So kommt es auch: Spaziergänger teilen sich die Parkplätze mit Skifahrern. Mit etwas Glück finde ich einen – direkt am Hotel Sarbacher gegenüber des sehenswerten Jagdschlosses mit der komplett holzvertäfelten Fassade. Perfekt. In Nachbarschaft befindet sich das Infozentrum Kaltenbronn, sofern hier ein Bedarf bei Euch besteht.

Schnee im Schwarzwald soweit das Auge reicht

Im noch recht neuen Kegelbachstüble mit erstaunlich urigem Ambiente gibt es erst einmal einen Cappuccino. Lust hätte ich auf einen Glühwein gehabt, aber nicht, wenn ich mit dem Auto unterwegs bin. Auf der Terrasse lässt es sich aushalten so kurz nach der Mittagszeit. Es ist schön, gut gelaunte Menschen zu beobachten, die gerade eben noch auf der Piste waren und sich jetzt eine Pause gönnen. Meine ist vorbei, ich mache mich auf den Weg in das Naturschutzgebiet auf dem Kaltenbronn. Es wird gerne auch als Wildseemoor bezeichnet und liegt im Naturschutzgebiet Schwarzwald Mitte Nord auf einer weitläufigen Ebene in knapp 900 Metern Höhe.

Das Hochmoor Kaltenbronn - das Kegelbachstüble am Skilift-1-2
Das Hochmoor Kaltenbronn - das Kegelbachstüble am Skilift-1-2

An dieser Stelle möchte ich gleich noch folgenden Tipp für die Planung weiterreichen: Neben dem Wildseemoor befindet sich in entgegengesetzter Richtung der etwas kleinere Hohlohsee mitsamt des ca. 28 Meter hohen Aussichtsturms, den Gernsbacher Hohlohturm, der einen super Panoramablick eröffnet. Es bietet sich ein ca. 12 km langer Rundwanderweg Kaltenbronn – Wildsee – Grüne Hütte und zurück an. Inklusive Hohlohsee und Hohlohturm verlängert sich die Strecke nochmals um ca. 5 km wie Ihr auf der nachfolgenden Karte sehen könnt.

Die DJI Omso Plus auf dem Hochmoor-Trip in Kaltenbronn Gernsbach

Ja, die Kleine ist immer im Rucksack, mein 4k-Baby. Wir sind längst gute Freunde geworden, auch wenn sie sich gerne bitten lässt. Oder anders gesagt: Ich muss sie Teil für Teil zusammensetzen: Z-Achse, Teleskopstab und zum Schluss das Stativ, die Handy- und die Mikrofonhalterung. Es macht uns beiden Freude, die tief verschneite Landschaft des Kaltenbronner Hochmoors nach Motiven abzuscannen. Die gibt es rund um den Wildsee reichlich wie im gesamten Schwarzwald auch.

Zunächst geht es gegenüber des Hotels ein wenig bergauf entlang eines Kinderhangs, auf dem das Schlittenleben tobt. Der Weg in Richtung Wildseemoor ist bestens ausgeschildert: Oben angelangt geht es rechts ab, ca. 2,6 km liegen vor mir bis zum Wildseehochmoor. Das einzig hörbare Geräusch sind die Wanderschuhe, die sich durch den Schnee knirschen. Mit der Osmo + ist es mir ganz gut gelungen, einige Impressionen festzuhalten, die die Winterstimmung im Schwarzwald widerspiegeln. Der Himmel hat sich inzwischen eingegraut, aber der Reiz liegt gefühlt darin, dieses Ton in Ton Ambiente zwischen Grau und Weiß am Hochmoor Kaltenbronn Gernsbach mit all seinen Schattierungen einzufangen.

2 Minuten Video-Kurzportrait vom Hochmoor bei Kaltenbronn-Gernsbach

Das Hochmoor Kaltenbronn: die Eiszeit im doppelten Sinne unter den Füßen

Es ist klar, dass sich der Wildsee in dem Hochmoorgebiet nur erahnen lässt, sofern man weiß, in welchem Bereich des Holzstegs er sich befindet. Zur Orientierung: Startet Ihr die Tour durch das Hochmoor Kaltenbronn von den Skiliften aus, fängt er genau dort an, wo der Weg mit Geländer einen Knick macht. Der dicht gesäumte Wald öffnet sich – et voilà – hier versteckt sich der Wildsee unter der Schneedecke. Diese Art Seen werden auch als Hochmoorkolke bezeichnet. Der Wildsee auf dem Kaltenbronn ist der größte Deutschlands.

Die Ursprünge bzw. die Entstehungsgeschichte der Hochmoorlandschaft lässt sich etwa 10.000 Jahre zurückverfolgen. Wasserundurchlässiges Buntsandsteinschichten sorgte dank starker Regenfälle zum Ende der Eiszeit für erste Versumpfungen. Zunächst ist ein Niedermoor mit einer geringen Torfschicht entstanden, die sich mittlerweile auf ca. 8 Meter aufgeschichtet hat. Das braucht eben seine Zeit. Damit wird auch die Bezeichnung als Hochmoor klar, was nichts mit der Höhenlage, sondern eben mit der Dicke der Torfschicht zu tun hat. Kurz gesagt, steht der nächste Besuch im Sommerkalender, um das Hochmoor Kaltenbronn nochmals in seiner Pracht zu fotografieren. Unter Naturschutz steht das imposante Waldgebiet seit den 60ern des letzten Jahrhunderts.

Hochmoor Kaltenbronn Gernsbach - wehrhafte Pflanzen in Schnee verpackt
Hochmoor Kaltenbronn Gernsbach - wehrhafte Pflanzen in Schnee verpackt

Was Ihr übrigens auch machen könnt: Eine Wandertour von Bad Wildbad aus starten. Mit der Sommerbergbahn fahrt Ihr auf den Sommerberg hoch und besucht den sehenswerten Baumwipfelpfad, bevor es weiter Richtung Hochmoor Kaltenbronn geht. Auf diesem Weg kommt Ihr ebenfalls an der Grünen Hütte vorbei. Die Strecke beträgt ca. 12,5 km bei einem Höhenunterschied von 428 Meter, sofern Ihr den Weg komplett zu Fuß geht.

Author: Andreas Schneider

Mitbegründer der Local Players. Er betrachtet das Portal als Medizin gegen das stets präsente Reisefieber. Seit mehr als 30 Jahren schreibt und werbetextet er für namhafte Unternehmen, kleine Einzelhändler und Startups. Bei Bedarf gerne auch für Sie. Mehr Infos gibt es auf seiner Homepage screentext.de

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