Der Bernsteinfelsen bei Bad Herrenalb von unten fotografiert. In der Mitte ist das Felsenkreuz zu sehen.

Vorwort: Der Bernsteinfelsen bei Bad Herrenalb ist eines von vielen Naturschauspielen, das den Schwarzwald ausmacht. Schon während meiner Anfahrt ab Stuttgart freue ich mich auf dieses Highlight. Ende Januar herrscht nahezu frühlingshaftes Kaiserwetter mit strahlendem Sonnenschein. Ideale Voraussetzungen für einen sensationellen Ausblick über die idyllisch eingebettete Region unterhalb des Aussichtspunktes. Begleite mich bei meiner kleinen Wanderung. Das Ziel ist eine pittoresk anmutende Felsformation bei Bad Herrenalb.

Mehr als nur ein Spaziergang zum Bernsteinfelsen

Nach der doch gechillten Anfahrt, parke ich mein Auto am Startpunkt im Bad Herrenalber Ortsteil Bernbach. Auf dem Weg dorthin fahre ich durch das Albtal an der Klosterruine Frauenalb vorbei, der ich zwei Wochen zuvor einen Besuch abgestattet habe. Übrigens sehr empfehlenswert.

Mit meinen Blicken scanne ich die ersten Meter der Wandertour ab. Wie sich die nächsten Momente zeigen wird, kein leichtes Unterfangen. Zunächst ist es ein breiter, durch Landwirtschaftsfahrzeuge zerfurchter Weg. Deutlich steiler wird es am ersten Abzweig. Ich folge dem Schild, das den Beginn des Bernbachsteigles anzeigt.

Es wird wilder. Der schmale Pfad ist uneben und fühlt sich an, als müsse man Treppen steigen. Auf dem feuchten Untergrund sind Trittsicherheit und Aufmerksamkeit gefragt. Etwa auf der Hälfte kommen mir zwei Downhill-Biker entgegen. Respekt, ich würde einen Teufel tun und da runterpacen.

Durchatmen und die Ruhe genießen

Ein wenig ist der Aufstieg mit einer Länge von rund 1 km in die Knochen gegangen. Am Ende des Bernbachsteigles wird es an der Wegkreuzung flacher. Deutlich flacher. Ab hier sind es noch knapp 1,5 km bis zum Bernsteinfels. Die Luft ist kühl und glasklar. 

Der Bernsteinfelsen: ein faszinierendes Naturdenkmal 1
Bernsteinfelsen- Schwarzwaldromantik auf der Strecke

Nicht die geringsten Zivilisationsgeräusche dringen durch die Bäume, sie schlucken alles weg. Es sind nur wenige Wanderer, die an diesem Samstag hier im Nordschwarzwald unterwegs sind. Auch von daher ist es ruhig.

An einigen Schattenstellen glitzert mir Morgentau entgegen. Kein Wunder, ich befinde mich hier auf über 693 Höhenmetern. Das letzte Stück führt vom Hauptweg rechts ab. Am Ziel angelangt, sitzt eine Gruppe, die gegenüber der Schutzhütte picknickt. Die Szenerie wird von der Sonne goldgelb eingerahmt.

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Die Schutzhütte vor dem Aussichtspunkt

Was dich erwartet: eine abenteuerlich schöne Aussicht

Ich genieße die Ankunft am Fels. Die Atmosphäre ist entspannt. Wie üblich fotografiere ich vorhandene Infotafeln ab. Anschließend geht es über sich überlappende Gesteinsschichten eine gewundene Treppe steil aufwärts bis zu dem grandiosen Aussichtspunkt. Altersgerecht nutze ich das Geländer und nehme Stufe für Stufe. Sie sind noch ein wenig feucht, uneben und leicht bemoost. Das kann sich als teuflische Kombination erweisen. Alles geht gut.

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Bizarre Felsformation
Der Bernsteinfelsen: ein faszinierendes Naturdenkmal 4
Zum Aussichtsglück

Unverkennbar wird der Bernsteinfelsen durch ein drei Meter hohes Steinkreuz gekennzeichnet. Sofort eröffnen sich herrliche Ausblicke in fast alle Richtungen. Zu meinen Füßen liegen:

  • Murgtal
  • Hornisgrinde
  • Rheinebene

Selbst der Fremersberg bei Baden-Baden zeichnet sich am Horizont ab. Bei klarer Sicht erkennst du den Pfälzer Wald und die Silhouette der Vogesen. Genieße die Ruhe verbunden mit dem überwältigenden Panoramablick

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Fantastische Aussichten
Der Bernsteinfelsen: ein faszinierendes Naturdenkmal 6
Pfälzer Wald und Vogesen

Wie der Fels zu seinem Namen kam

Vielleicht ist es dir so wie mir gegangen: Bei dem Begriff Bernstein dachte ich sofort an in Naturharz eingeschlossene Fossilien. Dem ist nicht so. Der Begriff Bern leitet sich aus dem althochdeutschen Begriff Bero ab, der soviel wie Bär bedeutet. Und die waren wohl weit bis ins Mittelalter im Nordschwarzwald und Umgebung ansässig. Eigentlich könnte man vom Bärenfelsen reden.

Die Entstehung des Bernsteinfelsens bei Bad Herrenalb

Die Reise führt bis ins Erdmittelalter vor über 200 Millionen Jahren zurück. Über einen langen Zeitraum hinweg entstand eine bis zu 300 Meter dicke Schicht aus Bundsandstein. Vor 50 Millionen Jahren begann sich die Erdoberfläche zwischen dem Schwarzwald und den Vogesen zu senken. Zurückgeblieben ist der Oberrheingraben mit seinen markanten Grabenrändern. An den Kanten sind häufig ähnliche Formationen wie der Bernsteinfelsen mit seiner schroffen Schönheit entstanden. Seit 2007 zählt er übrigens zu den geschützten Naturdenkmälern.

Wissenswertes rund um den Bernsteinfelsen

Adresse

76332 Gaggenau

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Anfahrt und Parken

Ich habe mich für den Startpunkt am Ende der Bernsteinstraße in Bernbach entschieden. Einen offiziellen Parkplatz gibt es nicht. Einzig besteht die Möglichkeit, dein Fahrzeug am Straßenrand abzustellen, wenn du niemanden behinderst.

Eine weitere Option ist der P+R Parkplatz am Bahnhof Bad Herrenalb. Rund 200 derzeit kostenlose Parkplätze findest du an der Siebentäler Therme in Bad Herrenalb an der Schweizer Wiese 9. Der Fußweg zum Aussichtspunkt liegt bei etwas mehr als 5 km. Von dort aus lohnt sich auch ein Abstecher zum Aussichtspunkt am Falkensteinfelsen mit seiner fragilen Schönheit. Zusätzliche Möglichkeiten:

  • Parkplatz am Sägewasenplatz
  • Parkplatz am Kloster Bad Herrenalb (kostenpflichtig)
  • Parkplatz am Friedhof in Bad Herrenalb

Öffentliche Verkehrsmittel

Bad Herrenalb ist per Bus und Bahn sehr gut an das öffentliche Verkehrsnetz angebunden. Aktuelle Fahrplanauskünfte holst du dir am besten über die Deutsche Bahn ein.

In der Nähe

Klosterruine Frauenalb

Die Klosterruine Frauenalb erzählt ihre bewegte Geschichte durch zerfallene Mauern. Einst ein prächtiges Kloster, fiel es Flammen und Kriegen zum Opfer. Heute zeugt die majestätische Ruine von vergangener Pracht und Schicksalsschlägen. Komm mit auf eine Entdeckungsreise.

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Kirchenschiff mit Doppelturm

Author: Andreas Schneider

Mitbegründer der Local Players. Er betrachtet das Portal als Medizin gegen das stets präsente Reisefieber. Seit mehr als 30 Jahren schreibt und werbetextet er für namhafte Unternehmen, kleine Einzelhändler und Startups. Bei Bedarf gerne auch für Sie. Mehr Infos gibt es auf seiner Homepage screentext.de

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