Und irgendwann kommst Du vom Medienhafen aus flußabwärts ans Meer

Logo DüsseldorfAuch wenn die Landeshauptstadt von Nordrhein-Westfalen mithilfe der Werbeagentur BBDO am Image arbeitet, liegt ein kleiner Rest von Schickimicki in der Luft. Und genau deswegen passt der Medienhafen Düsseldorf perfekt zur Stadt. Er befindet sich dort, wo der Rhein eine lässige Rechts-Links-Kurve vollzieht. Den Bauherren ist es gelungen, einen architektonisch schmackhaften Cocktail zu mixen, der nach urbaner Moderne schmeckt. Wenn Ihr vor Ort seid, lohnt sich ein Besuch. Parkplätze gibt es genügend im direkten Umfeld, alternativ nehmt Ihr den Bus oder macht einen tollen Spaziergang von der Altstadt aus am Rheinufer entlang.

Der Medienhafen Düsseldorf taucht direkt hinter dem Landtag und dem Rheinturm auf, der seinen Schatten an sonnigen Tagen wie einen Finger über das Gelände gleiten lässt. Links und rechts umsäumt von Alleen, fällt der Blick auf eine Bootsanlegestelle. Im Hintergrund sind die abwechslungsreichen Baustile deutlich erkennbar.

Den architektonischen Kinderschuhen entschlüpft: der Medienhafen Düsseldorf

Das Areal ist in dieser Form noch relativ jung, an weniger belebten Tagen entsteht ein leicht irritierendes Gefühl von Verlorenheit. Ehrlich gesagt empfinde ich das keinesfalls als störend, umso mehr lässt sich die Architektur genießen. Dastehen und die vielen unterschiedlichen Details auf sich einwirken lassen. Originell und außergewöhnlich sind die Gehry-Bauten, die linker Hand auftauchen. Im Inneren beherbergt der dreiteilige Bau das Kunst- und Medienzentrum Rheinhafen. Durch die asymmetrische Bauweise entfalten sie ihre besondere Wirkung, von jedem Blickwinkel aus ergeben sich neue Perspektiven. Hinzu kommen verschiedenartige Materialien, die den Fassaden ihren individuellen Charakter verleihen. Besonders beeindruckt hat mich der mittlere Bau, der mit einem metallischen Spiegeleffekt glänzt. Eine Fläche, in die die herausstehenden Fenster wie Kassettenfächer eingestanzt wurden.

Wie auf dem Bild zu erkennen ist – jedenfalls andeutungsweise – befindet sich das Rocca mit seiner großen Außengastronomie im dunkleren der 3 Gehry-Gebäude. Ein urbanes, üppig barock eingerichtetes Steakhaus mit einer überraschend großzügigen Bar. Gegessen haben wir nichts, daher kein Qualitätsurteil über das kreativ anmutende Speisenangebot. Locker und bequem auf schicken Loungemöbeln rumfläzend kam der Latte Macchiato genau richtig – und war lecker.

Weiter geht es nach der kurzen Pause entlang „Am Handelshafen“. Das offene Becken verjüngt sich allmählich zu einer klassischen V-Form. Hier dominieren ganz klar moderne Glasfassaden. Sie passen gut zum Gesamtambiente im Medienhafen Düsseldorf, allerdings fehlt den Häusern ein gewisser Kick, abgesehen von den Spiegelungen der gegenüberliegenden Seite.

Auf Höhe des Hyatt Regency Hotels führt ein Steg rüber auf die andere Seite. Mögt Ihr es französisch, findet Ihr in der Mitte das Lido mit entsprechender Küche. Scheinbar ist die Bar mit um die 70 Whiskysorten sehr ordentlich ausgestattet. Erstaunlich, da Frankreich eher für andere Getränke bekannt ist. Gefallen hat mir am Hyatt Regency der Vorbau mit seiner mosaikartigen Verspiegelung. In der Form erinnert er ein wenig an UFOs aus diversen Science-Fiction-Filmen. Hinter der Fassade verbirgt sich ein Teil der Hotelbar. Ein guter Platz, um sich von der Sonne bebrezeln zu lassen.

Bonbonbunte Turnübungen im Medienhafen Düsseldorf

Gerade einmal zwei Blocks weiter taucht ein weiteres optisches Highlight im Medienhafen Düsseldorf auf: das fröhlich bunte Roggendorf-Haus in der Speditionsstraße. Insgesamt 29 Flossis wuseln und klettern weithin sichtbar auf der Fassade des Gebäudes herum. Die von der Künstlerin Rosalie entworfenen Figuren sind jeweils Unikate mit einer Höhe von bis über 4 Meter. Mehr Installationen der Künstlerin findet Ihr auf der Homepage.

Medienhafen Düsseldorf: Die Flossis der Künstlerin Rosalie

Und zum Schluss noch eine weitere Gastronomieempfehlung: wer es von Euch kreativ beim Essen mag, der sollte sich Julian’s Bar andRestaurant nicht entgehen lassen. In einem mediterranen Ambiente werden Speisen aus aller Welt im Crossover-Style zubereitet, bekannt auch unter dem Begriff Fusion-Food. Aus meiner persönlichen Sicht hat sich der Ausflug zum Medienhafen Düsseldorf auf jeden Fall gelohnt. Ein unterhaltsamer und abwechslungsreicher Tag.

Author: Andreas Schneider

Mitbegründer der Local Players. Er betrachtet das Portal als Medizin gegen das stets präsente Reisefieber. Seit mehr als 30 Jahren schreibt und werbetextet er für namhafte Unternehmen, kleine Einzelhändler und Startups. Bei Bedarf gerne auch für Sie. Mehr Infos gibt es auf seiner Homepage screentext.de

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