Der neu gestaltete Rheinauhafen in Köln

Kap am Südkai im Rheinauhafen

Kap am Südkai im Rheinauhafen

(Aktualisiert: 13.07.2019) Zwischen Rodenkirchen und dem Stadtteil Bayenthal steht eine überschaubare Fußstrecke an der Oberländer Werft bevor. Schnell taucht ein erster Vorbote auf, der den neu gestalteten Rheinauhafen ankündigt: der Südkai. Im Vordergrund ist ein Lastenkran zu sehen, der unter Denkmalschutz steht und Zeuge einstiger Tätigkeiten ist. Die Zeiten ändern sich, zumindest im Rheinauhafen. Das Bürogebäude beherbergt im Erdgeschoss Das New Yorker, ein modern gestaltetes Restaurant, dem man eine exzellente Küche nachsagt. Gegessen habe ich dort nie, weil die Speisen oberhalb meines Budgets liegen. Auf der Terrasse bin ich dagegen öfters gesessen, um das bunte Völkchen zu beobachten, das hier an schönen Tagen vorbeiflaniert. Zudem demonstrieren zahllose Möwen ihre akrobatischen Flugkünste. Die Thermik liegt ihnen im Vogelblut. An milden Sommerabenden ziehen am Wochenende Partyschiffe vorbei. Die Decks bunt beleuchtet, donnert Gute-Laune-Musik rüber und die Gäste tanzen zu den schnellen Rhythmen – typisch für Köln.

Was den Rheinauhafen so interessant macht, ist der architektonische Mix aus alter und neuer Bausubstanz, die gekonnt zu einer Einheit verschmilzt. Recht zentral etwa steht der Speicher direkt an der Uferpromenade, im Volksmund wegen der spitz zulaufenden Giebel gerne als Siebengebirge bezeichnet. Anfang des 19. Jahrhunderts erbaut, eines der ersten Gebäude mit einem Skelett aus Stahlbeton. Sehr aufwendig renoviert, entstand ein kontrastreicher Wohnblock. Allerdings haben die Räumlichkeiten ihren Preis. Im Erdgeschoss mit viel Glas sind Büros, Galerien und weitere Geschäfte angesiedelt. Arbeiten und Leben lautet die Devise. An das Siebengebirge schließt sich die Wohnwerft an, die sich architektonisch an einer modernen, hellen und offenen Bauweise orientiert.

Der nächste interessante Anlaufpunkt im Rheinauhafen: Die Agrippinaweft

Spaziert Ihr vorbei an der in einem angenehm sanften Rot gehaltenen Agrippinawerft, eröffnet sich ein weiträumiger Platz. Ein gern genutzter Ort für Veranstaltungen – vom Oldtimertreffen über Literaturevents bis hin zu einem Flohmarkt für Petticoat-Anhänger und Rock’n’Roller ist für jeden etwas dabei. Auf der Rheinauhafen-Homepage findet Ihr einen aktuellen Eventkalender. Direkt am Eck der Agrippinawerft befindet sich das Restaurant Limani mit seinen zwei tollen Außenterrassen. An sonnigen Tagen gut besuchte Locations. Die Küche ist vielseitig, das Essen prima. Vor allem die Fischgerichte sind empfehlenswert. Auf den Loungemöbeln direkt vor dem Eingang schmeckt das frische Kölsch an einem entspannten Sonntagnachmittag oder nach Feierabend richtig gut.

Konkurrenz für den Kölner Dom: Die Kranhäuser im Rheinauhafen

Zu den optischen Highlights im Rheinauhafen gehören die außergewöhnlichen Kranbauten. Verantwortlich für die Gestaltung war vor allem das Architekturbüro Bothe Richter Teherani aus Hamburg in Zusammenarbeit mit Alfons Linster aus Trier. Wie mächtig und groß das Trio ist, werdet Ihr erkennen, wenn Ihr direkt vor oder unter diesen Monumenten steht. Dominosteine mit Überhang.

Das einführende Beitragsbild zeigt, dass sie im positiven Sinne mit dem weltberühmten Kölner Dom konkurrieren. Zwei der Kranbauten im Rheinauhafen Köln sind Büros vorbehalten. Das Dritte bietet 18.000 qm Wohnfläche im Inneren – inklusive grandioser Aussicht und astronomischen Quadratmeterpreisen. Naheliegend. Unten eine weitere Impression aus der Froschperspektive.

Rheinauhafen Köln Kranbauten aus der Froschperspektive

Die Seitengassen zwischen Bayenstraße und Rheinufer

Bayenturm im Rheinauhafen Köln

Bayenturm im Rheinauhafen Köln

Es lohnt sich, einen Blick in die Seitengassen des Rheinauhafens zu werfen. Je nach Perspektive kommen die Unterschiede zwischen alter und neuer Bausubstanz sehr schön und kontrastreich zur Geltung. Das ehemalige Krafthaus etwa am Fuße der Kranbauten ist ein schönes Beispiel dafür ebenso wie das historische Hafenamt. Bereits aus dem 12. Jahrhundert stammt der Bayenturm. Zudem gehört das Deutsche Sport & Olympia Museum zu dem Areal. Die Ausstellungsstücke sind in einer denkmalgeschützten Lagerhalle untergebracht, die eine besondere Atmosphäre ausstrahlt. Ausführliche Information zur über 100.000 Exponate umfassenden Sammlung findet Ihr hier. Seid Ihr in Köln, bringt etwas Zeit mit und entdeckt den Rheinauhafen. Eine tolle Abwechslung zur Altstadt, die nicht weit entfernt beginnt. Dazwischen liegt das bekannte Schokoladenmuseum. Architektonisch auffällig durch die eigenwillige Schiffsform. Eine tolle Attraktion, wenn Ihr Kinder mit dabei habt. Neben Wissenswertem über Kakao und Schokolade gibt es haufenweise leuchtende Augen direkt in der Schauproduktion. Je nach Jahreszeit werden Osterhasen, Weihnachtsmänner und Fantasiefiguren kreiert und kredenzt. Nicht zu vergessen: Der heutzutage politisch nicht mehr korrekte Sarotti-Mohr hat im Museum ein dauerhaftes zu Hause gefunden.

Bilder: © Andreas Schneider

Weitere Tipps von Bloggerinnen und Bloggern rund um Köln

Solltet ihr einen Ausflug nach Köln planen, gibt es viele weitere schöne Sehenswürdigkeiten, Veedel, Lokale und Dinge zu entdecken. Eine schöne Zusammenfassung findet ihr in Katharina’s Blogbeitrag über Köln auf sonahundsofern.de. Und gleich noch ein Lese-Tipp: Sabrina portraitiert die Stadt wunderbar in ihrem Blogbeitrag Köln Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten. Ist auch super bebildert. Lohnt sich.

Author: Andreas Schneider

Mitbegründer der Local Players. Er betrachtet das Portal als Medizin gegen das stets präsente Reisefieber. Seit mehr als 30 Jahren schreibt und werbetextet er für namhafte Unternehmen, kleine Einzelhändler und Startups. Bei Bedarf gerne auch für Sie. Mehr Infos gibt es auf seiner Homepage screentext.de

1 Comment
  1. […] 2. Teil der Trilogie Köln und der Rhein geht es direkt weiter zum Rheinauhafen, der nach anfänglichen Schwierigkeiten mehr und mehr Akzeptanz erfährt. Nahe liegend, da an […]

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