Heilbronner Land - Impressionen von der Burgruine Weibertreu in Weinsberg

Von meinem Standort bei Stuttgart ist das Heilbronner Land mitsamt der Löwensteiner Berge eigentlich nur einen Katzensprung entfernt. Die Anfahrt bis zum Autobahnkreuz Weinsberg über die A81 ist bei normalem Verkehr in ca. 50 Minuten erledigt. Aber normal ist selten, jedenfalls unter der Woche. Unterwegs wäre die Versuchung groß, mal eben nach Ludwigsburg abzubiegen, um sich das Blühende Barock oder den wunderschönen Marktplatz anzuschauen. Hatte ich schon ebenso wie Bietigheim-Bissingen. Aber vielleicht wollt Ihr diese tollen Destinationen mit aufnehmen in Eure To-do-Liste? Also bleibe ich stur auf der Autobahn, immer straight entlang des Tempolimits segelnd – oder eher knapp darunter. Zur Sicherheit.

Inhaltsverzeichnis zu den Ausflügen ins Heilbronner Land

Spoiler: Die Entdeckung des Heilbronner Landes haben wir auf mehrere Tage verteilt. Am Ende zu den jeweiligen Abschnitten findet Ihr gesammelt Links zu den einzelnen Ausflugszielen mit längeren Beschreibungen und  zahlreichen Bildern. Normalerweise sind diese mit google maps Karten verbunden. Darauf verzichten wir, bis es eine Möglichkeit gibt, diese durch eine datenschutzkonforme Möglichkeit (DSGVO) wieder einzubinden.

Tag 1 Heilbronner Land: 2 Ausflugsziele

Es ist ein sonniger Tag, genauer gesagt ein frühlingshaft angenehmer Nachmittag. Wir freuen uns auf verschiedene Ziele, die alle sehr nahe beieinander liegen im Heilbronner Land. Den Anfang machen wir mit der Burgruine Löwenstein, wobei diese Sehenswürdigkeit eher dem Zufall geschuldet ist – wir haben die Ausfahrt zum Breitenauer See auf der B39 verpasst. Zum Glück. Denn die Ruine in den Löwensteiner Bergen oberhalb des gleichnamigen Ortes ist wirklich sehenswert. Vor allem ist der filigrane Burgturm wieder begehbar dank einer neu installierten Treppe. Von hier oben kann ich mir in aller Ruhe die Umgebung ansehen und mir zugleich ein Bild vom Breitenauer See und der fantastischen Umgebung machen. Mein Begleiter hat Höhenangst und verzichtet auf den Ausblick. Ich kann ihn verstehen und zeige ihm als kleines Trostpflaster die digitalisierte Landschaft rund um Heilbronn.

Heilbronner Land - Blick auf die Burgruine Löwenstein in den Löwensteiner Bergen
Heilbronner Land - Blick auf die Burgruine Löwenstein in den Löwensteiner Bergen

Weiter geht es nach vielleicht 50 Minuten – dieses Mal tatsächlich zum Breitenauer See, der sich wie ein übergroßer Wassertropfen in das Heilbronner Land pflügt. Es handelt sich um einen Stausee, der dem Hochwasserschutz dient, aber sich längst zu einem beliebten Naherholungsziel entwickelt hat. Zum Glück ist noch nicht Hochsaison, am See wirkt es überschaubar was die Besucher anbetrifft. Wir nutzen einen der beiden Parkplätze in direkter Ufernähe umsonst; und brauchen zudem keinen Eintritt zu bezahlen. Noch nicht. Am Breitenauer See Kiosk 1 steht eine kurze Pause an, bevor es mit der Umrundung losgeht. Über das ruhige Wasser hinweg wummern uns einige Beats entgegen. Es ist 1. Mai, Jugendliche ziehen mit Leiterwägen umher, auf denen keine Ghettoblaster wie einst stehen, sondern gleich komplette Soundanlagen. Wumm, wumm, wumm – die Schallwellen verteilen sich über das Heilbronner Land und kriechen die Hänge der Löwensteiner Berge hoch.

Heilbronner Land und Löwensteiner Berge - Blick über den Breitenauer See
Heilbronner Land und Löwensteiner Berge - Blick über den Breitenauer See

Die ersten paarhundert Meter begleitet uns ein Soundwirrwarr aus Drum’n’Bass und – tatsächlich – Reggae, bis sich die Naturstille wie ein Leintuch über die Musik legt. Irgendwo kurz nach dem Campingpark. Auf Infotafeln werden die Bewohner des Gewässers vorgestellt: Fischarten, die man noch irgendwie aus der Schule kennt. Interessant. Der Badebereich des Breitenauer Sees geht über in ein Naturschutzgebiet mit dicht bewachsenem Ufer. Rechts ziehen sich Rebstöcke den Hang hinauf. Oben bleibt der Blick an roten Sonnenschirmen kleben. Sie markieren das Wengertshäusle, das gleichermaßen beliebt bei Wanderern, Bikern und Spaziergängern ist. Hier habt Ihr die Möglichkeit, Weine der im Heilbronner Land ansässigen Winzer zu verköstigen – und über die Note der einzelnen Proben zu diskutieren.

Die Ausflugsziele in der Übersicht mit Link zur Beschreibung (Tag 1)

Tag 2: Ausflugsziele im Heilbronner Land direkt in Weinsberg

Bevorzugt Ihr die japanische Art, ließen sich die drei nachfolgenden Ausflugsziele im Heilbronner Land auch an einem Tag zusammen mit der Burgruine Löwenstein und dem Breitenauer See abfackeln. Kein Problem mit dem Auto. Vor allem, da Ihr sowohl die Burgruine Weibertreu, das Kernerhaus und das Römerbad in Weinsberg zentral von einem Parkplatz aus sehr gut zu Fuß erreicht. Gebt die Straße Grasiger Hag ins Navi ein, es führt Euch zur Hildthalle, vor der Ihr dann parken könnt, sofern keine Veranstaltungen stattfinden, dann wird er eher voll sein.

Obwohl sich beim Parken die Burgruine Weibertreu unweigerlich ins Blickfeld schiebt – sie liegt hoch über Weinsberg umrankt von Weinreben – statten wir zunächst dem Kernerhaus einen Besuch ab. Von außen wirkt das Haus wenig spektakulär. Allerdings, wer sich auskennt, wird wissen, dass hier sozusagen das Epizentrum der schwäbischen Romantik zu verorten ist. Es war der Wohnsitz des Dichters und Arztes Julius Kerner. Das Gebäude mit angebautem Teil im Stil eines Schweizerhauses wird mittlerweile als Museum genutzt, um sein Leben durch viele Sammlerstücke in Erinnerung zu behalten. Die Öffnungszeiten des Museums: Dienstag bis Sonntag von 14 Uhr bis 17 Uhr. Geschlossen bleibt es jeweils am ersten Sonntag des Monats.

Julius Kerner war es auch, der sich stark dafür gemacht hat, die Ruine Weibertreu in einem möglichst guten Zustand an die nachfolgenden Generationen zu übergeben. Der Trägerverein kämpft bis heute mit dem schleichenden Verfall. Auf jeden Fall lohnt sich der kleine Spaziergang durch die Weinberge hoch zu dieser Sehenswürdigkeit. Weshalb der Ruine der Name Weibertreu verpasst worden ist, könnt Ihr in der ausführlichen Location-Beschreibung nachlesen. Das Denkmal im Zentrum der Stadt (nachfolgendes Bild) stellt die Ereignisse sinnbildlich dar: Frauen retteten ihre Männer, indem sie diese auf dem Rücken den Berg hinab getragen haben. So viel dazu vorab.

Ausflugsziele Heilbronner Land - Denkmal in Weinsberg - Burgruine Weibertreu
Ausflugsziele Heilbronner Land - Denkmal in Weinsberg - Burgruine Weibertreu

Bleibt zum Schluss noch das Römerbad in Weinsberg als Ausflugsziel zu erwähnen. Der Reiz der Sehenswürdigkeit liegt weniger in der Optik – viel ist nicht mehr übrig – sondern in der Tatsache, dass der Boden unter den Füßen in eine Zeit führt, die um die 2.000 Jahre zurückliegt. Wiederentdeckt worden ist sie 1906. Was noch vorhanden war, wurde freigelegt, restauriert und zum Teil überdacht.

Um dem Römerbad einen Besuch abzustatten, lauft Ihr von der Burgruine aus runter Richtung Heilbronner Straße, am besten quer durch die Weinberge. Von dort aus geht es rein in die Leibigstraße. Eine gute Orientierung bietet das Fotostudio Vay an der Ecke. Gleich an der ersten Abzweigung gerät rechts der einstige römische Gutshof ins Blickfeld. Selbstverständlich gibt es noch viele weitere Ausflugsziele im Heilbronner Land, die einen Besuch wert sind. Hier findet Ihr tolle Inspirationen.

Römerbad-in-Weinsberg-Blick-auf-die-überdachte-Anlage
Römerbad-in-Weinsberg-Blick-auf-die-überdachte-Anlage

Die Ausflugsziele in der Übersicht mit Link zur Beschreibung (Tag 2)

    • image-1797

    Die Burgruine Weibertreu in Weinsberg: aus der Zeit gefallen

    • image-1781

    Schwäbische Romantik: das Kernerhaus in Weinsberg

    • image-1777

    2000 Jahre Geschichte: das Römerbad in Weinsberg

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