Das Schloss Solitude bei Stuttgart: Highlight mit Weitsicht

Das Schloss Solitude bei Stuttgart: Highlight mit Weitsicht 1
Das Schloss Solitude bei Stuttgart: Highlight mit Weitsicht

Intro: Das Schloss Solitude bei Stuttgart ist ein beliebtes Ausflugsziel – für Einheimische und Touristen gleichermaßen. Zu Recht. Repräsentativ steht es auf einem sanft abfallenden Hügel und eröffnet dir einen beeindruckenden Weitblick. Deutlich erkennbar zieht sich eine schnurgerade Straße von dem einstigen Lustschloss bis hin nach Ludwigsburg. Komm mit und entdecke diese Perle Herzog Carl Eugens. Zudem erfährst du, wo du parken kannst und wie du mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu dem beliebten Ausflugsziel gelangst.

Das Schloss Solitude bei Stuttgart

Der Begriff Solitude stammt aus dem Französischen und bedeutet so viel wie „Einsamkeit“. An sonnig schönen Wochenenden kann davon keine Rede sein. Die Wiese vor dem Lustschloss ist bunt bevölkert, es wird gepicknickt und so einige probieren sich mit Jonglierkünsten. Oftmals tauchen Brautpaare auf und lassen sich vor der grandiosen Kulisse fotografieren. Das Schloss Solitude ist in der Gegenwart angekommen. Und es zählt zu den Locations in Baden-Württemberg, die nahezu in ihrem Ursprungszustand erhalten geblieben sind. Eine Seltenheit.

Weitblick Richtung Ludwigsburg

Lässt du den Blick schweifen, zieht sich eine schnurgerade Straße von Schloss Solitude in Richtung Residenzschloss bis hin nach Ludwigsburg. Es ist die ehemalige Wahlresidenz des Herzogs, nachdem er es sich mit den mächtigen Landständen in Stuttgart verscherzt hatte.

Weitsicht vom Schloss Solitude
Weitsicht vom Schloss Solitude Richtung Ludwigsburg

Um die 13 Kilometer lange Solitudeallee rankt sich bis heute das Gerücht einer denkwürdigen Schlittenfahrt. Herzog Carl Eugen von Württemberg soll den Weg im Sommer mit Salz bedeckt haben, um so per Kufenpferdekutsche nach Ludwigsburg zu gleiten. Bedenkt man, dass Salz im 17. Jahrhundert ein äußerst kostbares Gut war, tendiert diese Anekdote im Wahrheitsgehalt gegen Null.

So tief konnten selbst Adelige nicht in die Tasche greifen. Betrachten wir sie als symbolische Geschichte, um die überlieferte Verschwendungssucht von Carl Eugen greifbar zu machen.

Schloss Solitude – Hauptaufgang zur Aussichtsterrasse

Gegen Mitte des 17. Jahrhunderts löste der Rokoko die Ära des Spätbarocks ab. Anstelle fester Symmetrien und einer monumental ausgelegten Architektur traten leichte, eher verspielte Elemente mit Ornamentcharakter ihren Siegeszug an. Ebenfalls typisch für diese Zeit war die Abtrennung der Dienstgebäude vom Hauptbau. Zudem sind im späten Rokoko erste Einflüsse des Frühklassizismus erkennbar.

Schloss Solitude - Hauptaufgang zur Aussichtsterrasse
Schloss Solitude – Hauptaufgang zur Aussichtsterrasse

Am Schloss Solitude ist das sehr schön an den niedlichen Kavaliershäusern zu sehen, die sich in einem angedeuteten Halbkreis beidseitig um das Schloss herum präsentieren. Mit der Privatsphäre ist das so seine Sache, wenn zahllose Besucher vorbeiflanieren und zum Teil ungeniert Blicke in die rückseitig angelegten Gärten werfen.

Herzogliche Prunksucht

Wie eingangs erwähnt, neigte Carl Eugen zur Prunksucht. Entsprechend belastete das Areal die Staatskasse des Herzogtums Württemberg. Als Folge der Geldknappheit wurden die Gebäude und das großzügige Parkgelände vernachlässigt.

In den folgenden Jahrzehnten – bis über die Mitte des 20. Jahrhunderts hinaus, entstanden massive Schäden an den einst so eindrucksvollen Gebäuden. Es regnete durch die maroden Dächer, die kunstvollen Deckengemälde und Fresken wurden nahezu komplett zerstört. Die Natur holte sich zudem den Park zurück. Dieser existiert nur noch in Zeichnungen und auf Plänen.

Alte Bausubstanz und alter Baumbestand

Schloss Solitude mit altem Baumbestand

Im Jahr 1942 ging das Schloss Solitude von Gerlingen in den Besitz der Stadt Stuttgart über. 1973 wurden unter Federführung der Bundesrepublik Deutschland umfangreiche Renovierungsmaßnahmen eingeläutet, um zu retten, was zu retten war. Dazu gehörte auch die komplette Wiederherstellung der barocken Deckengemälde und Fresken, entworfen und realisiert von dem einstigen Hofmaler Nicolas Guibal.

Der Innenbereich steht Euch als interessiertes Publikum regelmäßig zur Verfügung – in Verbindung mit einer Führung. Die Öffnungszeiten findet Ihr auf der offiziellen Seite der staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg. Dazu kommen verschiedene Einzelveranstaltungen, die auf der gleichen Seite kommuniziert werden.

Eine Wanderung vom Schloss aus starten

Rund um das Schloss Solitude gibt es zudem einige Möglichkeiten, einen schönen Spaziergang oder eine Wanderung zu starten. Nicht weit entfernt liegt der Bärensee. Ihr verlasst die Anlage rückwärtig an der ehemaligen Residenz der baden-württembergischen Landespräsidenten vorbei und überquert die Wildparkstraße. Am gegenüberliegenden Parkplatzende geht es dann rechts Richtung Bärenschlössle. Der Fußweg liegt bei knapp 2 Kilometern. Eine überschaubare Strecke.

In der Nähe

Es gibt viele weitere Optionen, um dem Ausflugsziel die Krone aufzusetzen. Vor alle, wenn du eine weitere Anfahrtsstrecke hinter dir hast.

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Über den Autor

Andreas Schneider: Mitbegründer der Local Players. Er betrachtet das Portal als Medizin gegen das stets präsente Reisefieber. Seit mehr als 30 Jahren schreibt und werbetextet er für namhafte Unternehmen, kleine Einzelhändler und Startups. Bei Bedarf gerne auch für Sie. Mehr Infos gibt es auf seiner Homepage screentext.de